Nachhaltigkeitszertifizierungen werden in der Immobilienwirtschaft immer noch häufig mit Neubauprojekten verbunden – dabei liegt der echte Hebel längst im Bestand. Gerade im laufenden Gebäudebetrieb entscheiden sich Energieverbrauch, CO₂-Emissionen, Betriebskosten und Nutzerzufriedenheit.

Aus meiner Rolle bei RealFM – dem Branchenverband für Real Estate und Facility Management – ist daher klar: Ohne einen systematischen Blick auf den Bestand werden wir die Transformation nicht schaffen.

Die DGNB-Zertifizierung I Gebäude im Betrieb (GiB) setzt als führendes deutsches Label genau dort an, wo es wirklich weh tut – und wo es sich am meisten lohnt: im Alltag von Objektmanagement und Facility Services. So werden nicht nur Gebäudehülle und Technik, sondern vor allem Organisation, Prozesse, Monitoring und kontinuierliche Verbesserung analysiert und bewertet.

Für Eigentümer & Investoren bietet eine Bestandszertifizierung Transparenz über Verbräuche, Risiken und Optimierungspotenziale im Portfolio und bildet die Grundlage für den Informationsbedarf von Banken und Versicherungen.

Für Betreiber & FM-Teams ist sie ein klarer Rahmen, um bestehende Strukturen zu ordnen, Verantwortlichkeiten zu schärfen und Maßnahmen messbar zu machen.

Für Nutzerinnen & Nutzer bedeutet das am Ende: mehr Komfort, höhere Qualität und besser nachvollziehbare Neben- und Betriebskosten.

Im Unterschied zu vielen „Einzelmaßnahmen“ schafft die DGNB GiB Zertifizierung einen roten Faden – von der Datenerhebung über den Betrieb bis zur kontinuierlichen Optimierung. Sie zwingt uns, Betrieb, Technik, Nutzerverhalten und Organisation zusammenzudenken – anstatt nur auf kurzfristige Energiepreise oder Regulierung zu reagieren. Genau das braucht die Branche, wenn wir von Pilotprojekten zu skalierbaren ESG-Strategien im Bestand kommen wollen.

Bestandszertifizierung ist deshalb kein nettes Add-on, sondern ein zentrales Steuerungsinstrument für professionelles Asset-, Property- und Facility Management. Sie macht die Qualität des Gebäudebetriebs sichtbar – intern für die Organisation und extern für den Markt.

Als RealFM sehen wir in der Nachhaltigkeitszertifizierung einen wichtigen Baustein, um den Gebäudebestand zukunftsfähig, finanzierbar und betreibbar zu halten. Wenn wir die Klimaziele im Immobiliensektor ernst nehmen, müssen wir die Bestandszertifizierung vom Ausnahmefall zum Branchenstandard machen.

SPOILER: Mit der SFDR 2.0 setzt die EU-Kommission genau da an und definiert die Gebäudekategorien neu. Speziell die Kategorie Transformation wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Wir sind gespannt!

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